Demaskierte Schulpolitik

Liebe Schülerinnen und Schüler!

Die Corona-Schulpolitik hat uns alle betroffen und das nicht nur während der Schulschließungen, sondern auch danach. Für viele von euch war diese Zeit sehr belastend. Das Distance-Learning brachte viele Herausforderungen und Schwierigkeiten mit sich. Und da auch das neue Schuljahr nicht „normal“ starten wird, macht es Sinn, einen kurzen Blick zurück zu werfen.

Ein großes Problem war für die von den Schulschließungen Betroffenen die Unsicherheit. Es gab nur zähen Informationsfluss: Wie lange werden die Schulen geschlossen bleiben? Wie sieht das „Distance-Learning“ aus? Kann die Matura stattfinden und wenn ja, wann und unter welchen Voraussetzungen? Wie wird die Distance-Learing-Phase in die Note einfließen? Diese und weitere Fragen standen lange unbeantwortet im Raum. Und das während Baumärkte bereits öffneten. Politiker reagierten nicht auf die Warnrufe von engagierten LehrerInnen, dass manche Kinder und Jugendliche nicht mehr oder kaum noch erreichbar sind. Aber man konnte wieder Blumen kaufen und Gelangweilte konnten ihre Heimwerkerprojekte wieder aufnehmen.

Die Regierung ließ das Thema Bildung lange außer Acht oder hat die Schulschließung zunächst nicht zu Ende gedacht.

Als endlich Laptops an Schulen angeboten wurden, damit auch Schülerinnen und Schüler, die gar keinen oder keinen eigenen Computer zur Verfügung hatten, am Distance-Learning und den Videokonferenzen teilnehmen konnten, bedachte man nicht, dass manche auch einfach zu schwaches oder gar kein Internet haben!

Besonders Schülerinnen und Schüler mit Lernproblemen litten unter dem „Distance-Learning“. Nachhilfestunden fielen durch Kontakteinschränkungen, Lehrerinnen und Lehrer standen nicht immer zur Verfügung, um zu helfen. Und Eltern waren oft nicht in der Lage, in bestimmten Fächern zu unterstützen.

Viele Lehrerinnen und Lehrer unterschätzten den Arbeitsaufwand des Distance-Learnings, stellten zu viele Aufgaben online und kamen dann mit dem Korrigieren nicht hinterher. Nicht nur die LehrerInnen, auch die Eltern waren durch Homeoffice und gleichzeitige Kinderbetreuung oder das Beschulen zuhause überlastet.

Viele SchülerInnen und Lehrkräfte waren auf diese ausufernde Bildschirmarbeit nicht vorbereitet. Oft wurde auf Pausen einfach vergessen. Oft war nicht einmal ein entsprechender Arbeitsplatz vorhanden.

Die Bildungspolitker hätten die Probleme der Schülerinnen und Schüler nun über den Sommer genau analysieren und Lösungen entwickeln können, besonders für die lernschwachen Schülerinnen und Schüler. Für diese hätte man im Sommer auch eine spezielle Betreuung im jeweiligen Fach anbieten können. Das ist nicht passiert. 

Daher appellieren wir dringend an das zuständige Unterrichtsministerium, im Falle einer zweiten Welle und einer zweiten Schulschließung, den Schülerinnen und Schülern mehr Sicherheit zu geben. Unsere Bedürfnisse, Sorgen und Fragen müssen endlich ernst genommen werden! Es kann nicht sein, dass die Corona-Schulpolitik nur für das Bildungsbürgertum gemacht ist!

Wir wünschen uns einen raschen Informationsfluss! Es braucht ein besseres Angebot für Schülerinnen und Schüler ohne Laptop beziehungsweise Computer! Wir fordern Hilfe für alle SchülerInnen, die diese benötigen!

Nicole F., Mehdina K., 5.HMA, HLMW9 Michelbeuern, Wien, Österreich

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